Weniger Chefs, mehr Ownership? Die Rechnung geht bisher nicht auf.

Das „Great Flattening“ ist keine Prognose mehr, sondern Zahlenwerk. Bei börsennotierten US-Unternehmen ist die Zahl der Managerstellen zwischen Mai 2022 und Mai 2025 um 6,1 Prozent gesunken, bei Führungskräften auf Executive-Ebene um 4,6 Prozent. Google hat allein im Jahr bis August 2025 rund 35 Prozent der Manager gestrichen, die kleine Teams führten. Gallup zählt parallel einen Anstieg der direkten Reports pro Führungskraft von 10,9 auf 12,1.

Die Begründung klingt sympathisch: flachere Strukturen, schnellere Entscheidungen, mehr Ownership im Team. Nur wurde der zweite Teil offenbar selten mitgeplant. In einer Erhebung, über die HR Executive im August berichtete, sagen ganze 6 Prozent der Befragten, ihre mittleren Führungskräfte seien bereit, Veränderung zu führen.

Mein Eindruck aus der Praxis: Ownership entsteht nicht dadurch, dass man eine Ebene entfernt. Sie entsteht durch Kontext, klare Entscheidungsräume und die Erlaubnis, auch mal falsch zu liegen. Wer nur die Ebene streicht, verteilt Arbeit um und nennt es Kultur.

Wie seht ihr das: Hat Abflachung in euren Organisationen wirklich Verantwortung nach unten verlagert – oder nur die Meetings?

#Leadership #Ownership #Teams #GreatFlattening #Führung

Quellen:

Der KI-Rollout scheitert selten an der Technik. Er scheitert eine Ebene tiefer.

Gleb Tsipursky hat am 1. September in der Harvard Business Review eine These aufgestellt, die in vielen Unternehmen unbequem ist: Über den Erfolg eines KI-Rollouts entscheidet nicht der Vorstand und nicht der Anbieter, sondern die Ebene darunter. Teamleiter machen aus einem Tool entweder einen Arbeitsablauf oder ein Nebenprojekt, das nach drei Monaten einschläft.

Dazu passen die Zahlen aus Gallups „State of the Global Workplace 2026“. Das Engagement von Führungskräften ist zwischen 2022 und 2025 von 31 auf 22 Prozent gefallen. Bei Mitarbeitenden ohne Führungsverantwortung blieb es mit 20 zu 19 Prozent fast konstant. Der Einbruch kommt also fast vollständig aus der Führungsebene. Den Produktivitätsverlust durch schwache Bindung beziffert Gallup auf rund 10 Billionen Dollar, etwa 9 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Mein Eindruck aus der Praxis: Wir geben dieser Ebene Lizenzen, Schulungstermine und ein Ziel im Zielvereinbarungsbogen, aber selten echte Entscheidungsrechte. Ownership ohne Mandat ist nur Verantwortung mit anderem Namen. Wer Teamleiter nicht über Budget, Priorisierung und Abbruch entscheiden lässt, bekommt Pilotprojekte statt Veränderung.

Was hat bei euch mehr bewegt: bessere Tools oder mehr Entscheidungsspielraum für die mittlere Ebene?

#Leadership #Ownership #AI #Fuehrung #ChangeManagement

Quellen:

Your Managers Are Now the Least Engaged People in Your Company — gothamCulture, 07.09.2026

Middle Managers Will Make or Break AI Adoption — Harvard Business Review, 01.09.2026

State of the Global Workplace: 2026 Report — Gallup

Manager engagement is slipping — and affecting AI use, Gallup finds — HR Dive

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